Thursday, July 05, 2007

Im Land des Laechelns

Sawathikah alle zusammen,
wir melden uns wieder auf der noerdlichen Hemisphaere zurueck, diesmal aus Thailand. Nach einem bleischweren Abschied mit einem Wasserverlust vom mehreren Litern, verliessen wir am Montag das Land der langen, weissen Wolke. Es war wie ein Weltzusammenbruch, so, als muessten wir unsere Heimat verlassen und sogar der Himmel weinte tagelang um und mit uns. Im Hostel hatten wir naemlich viele einzigartige Menschen kennengelernt, darunter einen Argentinier, der nach dem Mayakalender ein rundum natuerliches Leben fuehrt und mit dem wir meditierten und uns unsere Lebensaufgabe erlaeutern liessen... Es war eine sehr wahrhaftige Freundschaft. Aber jetzt ist alles weg, Neuseeland, die Freunde, die Vertrautheit, einfach alles...
Aber genug davon. Nach einem anstengenden 13 Stundenflug mit terroristischen Psychokindern, kranker Elke und einem Flug mitten durch ein Gewitter mit Blitzen ueberall um uns, sind wie letztendlich in Bankok angekommen. Wir wurden auch wieder Erwarten ins Land gelassen ( Bastis Nachname bereitet gern Schwierigkeiten wegen unbekannter Buchstaben) und verbrachten die erste Nacht nicht wie geplant auf dem Flughafen, sondern im Gaestehaus. Wir haben uns mit anderen Backpackern zusammengeschmissen und landeten so in der Khao San Road, dem Backpackerghetto Bangkoks. Nach kurzer Nacht machten wir uns dann gestern zum ersten Mal auf Erkundungstour durch die Stadt. Wir sind Tuk-Tuk gefahren (einem dreiraedrigen Motorad mit Sitzen hinten), was man ja eigentlich nicht machen sollte, und wurden glatt beschissen, sind aber geflohen, ohne im Seidenladen eingeschlossen zu werden. Danach sind wir durch die Stadt gelatscht, was immer echt anstrengend ist. Tagsueber sind 35-40 Grad, nachts nur 30 und dazu eine Luftfeuchtigkeit von 70 oder mehr Prozent- die pure Saunahoelle. Ausserhalb der Khao San Road werden wir angeguckt und behandelt wie lila karrierte Elefanten, alle starren uns unverbluemt an bis wir am Horizont verschwunden sind und zeigen noch 10 Freunden, dass wir da sind. Ob das nun ist, weil wir zwei blonde, weisse Exoten sind oder sie uns als reiche, verachtenswuerdige Geldsaecke ansehen, keine Ahnung, auf jeden Fall fuehlen wir uns unwohl. Und die Menschen haben auch nur gelacht, wenn sie einen verar...t haben. Von wegen Land des Laechelns! Bescheissen und beschissen werden, das ist die Deviese. Inzwischen haben wir aber rausgefunden, dass sie laecheln, wenn man selber laechelt. Also sind wir zum Dauergrinsen uebergegengen, und siehe da, ploetzlich sieht die Welt viel freundlicher aus! Alles also nicht so schlimm. Inzwischen handeln wir auch alles , was wir kaufen, runter. So kostet eine Uebernachting in eigenem Zimmer mit Bad 4 Euro, ein ordentliches Thai- Mittag 60 Cent, Obstsalat zum Fruestueck auch 60 Cent, ein Eis 18 Cent und so weiter- cheap, cheap, cheap! Ansonsten ist alles so wie vorgestellt, nur besser, bzw. nicht ganz so schlimm. Etwas dreckig, stinkig, betruegerisch und voll, aber alles mit Flair. Uns gefaellts also hier echt, wir sind aber auch mit niedrigsten Erwartunden angekommen. Man trifft auch viele Kuriositaeten, so wie Ladyboys- taeuschd echte Transvestiten, huebscher fast als die echten Thai-Frauen und nur an ihrem Adamsapfel zu erkennen- Thais sind halt sehr filigran und klein. Moenche laufen ueberall in safrangelben oder leuchtend orangen Kutten rum und Kinder springen in die muchtigen Kanaele. Heute dann haben wir angefangen, uns die unzaehligen Tempel anzugucken. Wir haben mit dem riiiieesigen Koenigspalast angefangen und uns in vorgeschriebenen geschlossenen Schuhen und langer Hose zu Tode geschwitzt. Im Palast stehen hunderte Tempel, Schreine und Figuren in allen moeglichen Thaistilen und einer mit mehr Gold und feiner verziehrt als der andere. Wir haben uns die Augen aus dem Kopf gestaunt. So was Schoenes an Architektur haben wir noch nie gesehen! Der pure Wahnsinn! Dann waren wir noch im Wat Poh mit noch mehr Tempeln und dem 50m langen und 10 m hohen Reclining Buddah- monstroes! Na ja, die Bilder werden das alles besser rueber bringen als Worte. Ausserdem sind wir ja noch ganz frisch hier angekommen.
Das wars erstmal. Und geht es also gut, wir finden uns zurecht, sind noch gesund, haben Spass und wir lernen viel. Uns fehlen nur etwas die liebenswerten, vertrauenswuerdigen und offenherzigen Kontakte aus Neuseeland. Hier vertrauen wir keinem, was eine echt seltsame Situation und grosse Umstellung ist.
Laa Kohn, Basti und Elke

1 Comments:

At 6:14 AM, Anonymous Anonymous said...

Hallo, Ihr beiden,
willkommen zurück auf der Nordhälfte des Planeten - da wo jetzt Sommer und nicht Winter ist, der Himmel blau, der Regen nass und die Wiesen grün. Ich hoffe,Ihr habt den Abschiedsschmerz von NZL schon etwas überwunden. Genießt die Wochen in TL und vor allem die Wärme; hier in D herrscht gerade rauhes, nasses Klima. Paßt auf Euch auf, hütet Euch vor Übers-Ohr-Hauern, adretten Ladyboys und vor wildgewordenen Elefanten. Und berichtet weiter (Fotos! Wir wollen Fotos!); wir warten drauf!
Viele Grüße von Heiko

 

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